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Rollstuhlratgeber

Wenn die Fähigkeit, die eigenen Beine zu nutzen, vorübergehend oder auf Dauer, verloren geht, braucht man einen Rollstuhl. Abgesehen von der persönlichen Dramatik, die damit verbunden ist, wirkt diese Aussage zunächst ganz einfach. Doch Rollstuhl ist nicht gleich Rollstuhl. Vieles muss nun beachtet werden, damit der Rollstuhlfahrer keine weiteren Schäden nimmt. Denn ist der Rollstuhl nicht direkt auf den Nutzer zugeschnitten, hat er es bestenfalls unbequem, dauerhafte Verspannungen können jedoch weitere Schmerzen verursachen. Dieser Text soll eine kleine Orientierungshilfe bieten.

Rollstuhl kaufen oder mieten?

Einen Rollstuhl zu mieten ist nur die bessere Wahl, wenn beispielsweise im Urlaub der fragezeicheneigene Rollstuhl im Strandsand versinken würde. Auf einer langen Tour mit Freunden lässt man den Rollator stehen und
leiht sich einen Rollstuhl. Hier ist die Dauer überschaubar, es ist nicht so schlimm, wenn das Modell nicht genau angepasst ist.
Doch für jeden, der dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen ist, ist es von Vorteil, sich das Wunschmodell zu kaufen.

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Was ist bei einem Kauf zu beachten?

Rollstuhlbreite

Die Rollstuhlbreite hat nicht nur bei schmalen Türen eine gewisse Relevanz. Sie ergibt sich aus der Sitzbreite plus Rädern und Griffrädern. Wer auf Dauer einen zu breiten Rollstuhl über das Griffrad selbst bedient, beansprucht die Schultergelenke zu sehr.

Optimale Sitzbreitesitzbreite

Um diese zu ermitteln lege man einen Zollstock quer über den Schoß des zukünftigen Rollstuhlfahrers. Nun wird die breiteste Stelle der Schenkel gemessen. Auf jeder Seite sollte noch Fingerbreit Platz
gegeben werden, damit Winterkleidung oder eine eventuelle Gewichtszunahme den Rollstuhl nicht zu klein werden lassen. Das sind in etwa 2,0 cm Zugabe.

Sitztiefe

Die Sitztiefe sollte so gewählt sein, dass sich der Rollstuhlfahrer bequem hinten anlehnen kann, ohne dass die Kniekehle in Mitleidenschaft gezogen wird.

Sitzhöhe

Sie sollte so bemessen sein, dass der Fuß bequem auf der Raste aufliegen kann, ohne dass dem Rollstuhlfahrer am Kniegelenk die Blutzufuhr abgedrückt wird, also nicht zu hoch. Andererseits muss auch vermieden werden, dass die Knie höher als die Sitzknochen sind, da diese Stellung eine ungesunde Belastung in diesem Bereich fördert.
Gemessen wird von der Ferse bis zur Kniebeuge.
Für einen Trippelrollstuhl wird dieses Maß vom Boden aus, bei allen anderen von der Fußraste aus gemessen.

Rückenlehne

Hier haben wir eines der individuellsten Teile eines Rollstuhls. Bei Aktivrollstühlen kann sie so kurz gehalten sein, dass sie nur bis eben an die Lendenwirbel reicht. Ein Pflegerollstuhl kann mit einer gut gepolsterten Rückenlehne einschließlich Kopfstütze ausgerüstet sein. Der normale Standardrollstuhl hat die Rückenlehne so lang, dass die Griffe für die schiebende Person angemessen sind, meist geht sie dem Sitzenden bis an die Schulterblätter.

Unterschiedliche Modelle für verschieden Ansprüche

Der Rollstuhl zum Schieben – In Krankenhaus und Arztpraxisrollstuhl

Er ist das Standardmodell, das in jedem Krankenhausflur zu finden ist. Seine Aufgabe hier ist es, geschwächte Menschen schnell einmal von A nach B zu schieben. Deswegen sind die nach hinten gerichteten Griffe das Wichtigste. Individuell hochklappbare Fußrasten sind zwar recht praktisch, sind aber bei einem Krankenhaus-Transportmittel nicht unbedingt zu finden.
Hier macht der zukünftige Rollstuhlfahrer meist seine erste Begegnung mit dem neuen Transportmittel. Im Idealfall hat er ein unpassendes Modell, das ihm alsbald Einblick darin gewährt, was sein Modell besser nicht haben sollte.

Für daheim

Wer Angehörige hat, die gern einmal einen Spaziergang oder Einkauf begleiten, ist mit dem Standardmodell gut bedient. Ob Sie einen Rollstuhl mit Fußrasten oder als Trippelmodell wählen, bestimmt das Krankheitsbild.
Dieses Modell wiegt meist um die 20 kg und ist unter Umständen zusammenfaltbar.

>>Hier<< finden Sie verschiedene Modelle.

Der Aktivrollstuhl

Wer sich hauptsächlich alleine fortbewegen will oder muss, braucht einen Rollstuhl, der sich leicht bedienen lässt und nicht viel wiegt. Diese Modelle wiegen deutlich weniger, meist um die 13 kg und sind in den Abmessungen optimiert, sodass der Rollstuhlfahrer leichter rangieren kann. Da der Nutzer dieser Modelle häufig sehr selbstbestimmt lebt, muss der Aktivrollstuhl platzsparend und leicht in der Handhabung zu falten sein. Oft sind die Räder mit einem Handgriff abnehmbar.

Der Elektrorollstuhl

Ist die Kraft für die Betätigung des Greifrings, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr gegeben, ist der „alleinreisende“ Rollstuhlfahrer mit einem Elektrorollstuhl gut beraten. Solch ein Modell ist nicht faltbar. Die schweren Batterien erhöhen das Gewicht erheblich. Mittels Tasten und Knöpfen an der Armlehne ist ein Elektrorollstuhl in alle Richtungen zu bewegen. Beim sogenannten Scooter ist ein Lenker gleich dem eines Mofas, vorgebaut.

Der Rollator

Diese Gehhilfe nimmt eine Sonderstellung ein, denn hier werden die Beine noch gebraucht. Der Nutzer kann sich jedoch auf den Griffen abstützen und kommt so leichter voran. Der integrierte Sitz erlaubt Pausen, wann immer es für Sie nötig ist.

Wählen Sie direkt einen für Sie passenden Rollator aus.

checklistRollstuhl kaufen – und was noch?

Das Sitzkissen sollte besondere Beachtung finden, denn der Rollstuhlfahrer ist hier „festgesetzt“. Es dient der Vorbeugung von Rückenschmerzen, Verspannungen und Taubheitsgefühlen im Gesäß. Die Polsterung muss optimal auf den Körper abgestimmt und das Material sollte atmungsaktiv sein.

Wir haben hier einige Sitzkissen für Sie herausgesucht.

Fußbretter sind durchgehend oder getrennt, hochklapp- oder abnehmbar.

Armlehnen gibt es in schlicht oder gepolstert. Sie sollten so bemessen sein, dass der Arm locker darauf zum Liegen kommt, ohne dass die Schultern angehoben werden.

Ein Speichenschutz verhindert, dass sich der eilige oder sportliche Griffradnutzer mit den Fingern oder dem Daumen in den Speichen verletzt. Besonders Aktivrollstühle gewinnen dadurch. Nicht zuletzt, weil hier die größte Fläche für individuelle Gestaltung liegt. Die klare durchsichtige Variante ist die schlichteste. Unifarbene „Scheiben“ setzten Akzente, doch der Individualität an Motiven und Bildern sind keine Grenzen gesetzt.

Stauraum braucht man immer. Beim Rollator gehört ein integrierter Einkaufskorb zur Standardausrüstung. Für Rollstühle gibt es eine Auswahl an Netzen, Taschen, Körben oder Koffern, die hinter der Lehne oder unter dem Sitz Platz finden.

Gehstock- oder auch Getränkehalter kann man für jedes Modell dazu ordern.

Für den Winter und die kalte Jahreszeit ist ein Schlupfsack unerlässlich.

Wählen Sie jetzt den passenden Schlupfsack aus.

Faltbar oder Starrrahmen?

Standardrollstuhl und Rollator gewinnen auf jeden Fall dadurch, dass sie zusammenfaltbar sind. Beim Aktivrollstuhl scheiden sich die Geister, denn ist ein Rahmen faltbar, verliert er an Statik. Deshalb bevorzugen manche Rollstuhlfahrer den Starrrahmen.

Handbikevorsatz

Wenn Sie längere Spaziergänge geliebt haben, müssen Sie darauf nicht verzichten, wenn Sie sich für Ihren Rollstuhl einen Handantrieb besorgen. Der wird entweder mit einer Spezialvorrichtung unter dem Sitz befestigt, oder mit Greifspangen am Rahmen fixiert. Eine Handkurbel überträgt mittels Kette die Zugkraft auf das Vorderrad. Vielgängige Kupplungen erleichtern die Fahrt auch auf unebenem Gelände.
Für diese Technik wird gemeinhin der Starrrahmen bevorzugt; obgleich es auch solide Gespanne mit einem Faltrollstuhl gibt.

Rollstuhlrampe

Ganz gleich, welches Modell Sie für sich auserkoren haben, gibt es auch nur einrampee Stufe in Ihrem Zuhause, brauchen Sie eine Rollstuhlrampe. Auch für den Transport im Auto ist eine Rampe von Vorteil. Besonders der Elektrorollstuhl kommt kaum ohne aus, da er nicht faltbar ist.
Gleich, ob viele Stufen überwunden werden müssen, nur wenige, oder ob Sie nur die Schwelle der Terrassentür überwinden wollen, für jeden Bedarf gibt es das passende Modell. Lesen Sie dazu unbedingt unseren Ratgeber über Rollstuhlrampen. In diesem finden Sie wichtige Informationen was bei der Anschaffung einer Rampe zu beachten und wichtig ist.